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Die Firmengeschichte Georg Köstner 1900 bis 2019

Als erstes Familienmitglied lernte Johann Georg Köstner aus Unterrimbach in den 1890er Jahren das Schmiedehandwerk bei Schmiedemeister Gegner in Uehlfeld. Als Schmiedegeselle erweiterte er seine handwerklichen Kenntnisse in Bamberg und Fürth sowie schließlich auch bei Heinrich Schickedanz in Neustadt a.d.Aisch. 
Weil für den Hufbeschlag auch medizinische Kenntnisse notwendig waren und es in Nürnberg und Umgebung zur damaligen Zeit keine Hufbeschlagschule gab, besuchte Johann Georg Köstner schließlich von 1900 bis 1902 die Hufbeschlagschule in Breslau. Als Schmiedegeselle erweiterte er seine handwerklichen Kenntnisse in Bamberg und Fürth sowie schließlich auch bei seinem alten Meister in Neustadt a.d.Aisch.
Am 28. Oktober 1905 erwarb er das Anwesen zum Kaufpreis von 24.200 Mark. Nur kurze Zeit später, am 1. Februar 1906 gründete er seine eigene Schmiedewerkstatt mit den Schwerpunkten Hufbeschlag und Wagenbau. Seine Schmiedemeisterprüfung legte er mit der Gesamtnote „sehr gut“ ab.
Johann Georg Köstner war Mitbegründer der seit 1925 bestehenden Neustädter Schmiedefachschule und lehrte dort auch. Weiterhin war er im Vorstand der Schmiedeinnung als Obermeister tätig.
Sein Sohn Lorenz trat 1929 nach erfolgreicher Hufbeschlag- und Schmiedemeisterprüfung in den Betrieb ein. Bis in die 1960er Jahre wohnte die Familie Köstner im Obergeschoss des Hauses.
 

Zeittafel - Firmengeschichte Georg Köstner

Das Haus in der Schmiedegasse 2

Durch die seit den 1850ern bestehende Schmiede, war bei der Neustädter Bevölkerung längst der Name „Schmiedegasse“ für deren Standort üblich. Bei der Einführung offizieller Straßennamen im Jahr 1909 wurde diese Bezeichnung übernommen, sodass die Köstner-Schmiede heute die Adresse „Schmiedegasse 2“ trägt.

 

Die Köstner-Schmiede - Haus Nr. 26 auf historischer Karte | Bayerische Uraufnahme (1808 - 1864)

Zeitreise

Die Firma Köstner von 1950 bis heute

Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens wurde in den 1950er Jahren eine Auslagerung des Wagenbaus an den Ortsrand der Stadt notwendig. Zu diesem Zweck wurden zahlreiche Grundstücke an der Nürnberger Straße gekauft, um so ein rund 20.000 qm großes bebaubares Areal zu schaffen. Anschließend musste noch die Erschließung durch den Bau von Kanal- und Stromanschlüssen auf eigene Kosten geschaffen werden. Der Betrieb einer Tankstelle ermöglichte die Zufahrt zur Bundesstraße 8. Ein Großteil der Schmiede und der Fahrzeugbau zogen in die Nürnberger Straße. Außerdem entstanden bis 1960 ein Opel-Autohaus, ein MAN-Servicebetrieb und eine ARAL-Großtankstelle mit insgesamt 3000 qm Werkhallen und 60 Betriebsangehörigen. 

Die im Umfeld später entstandene Wohnbebauung verhinderte die weitere notwendige Investition im Fahrzeugbau. Mitte der 90er Jahre konnte schließlich ein Umzug des Fahrzeugbaus und MAN-Servicebetriebs in das neu entstandene Gewerbegebiet Kleinerlbach, die Werner-von-Siemens-Straße, erfolgen.
Köstner-Nutzfahrzeuge

Bis heute befindet sich jedoch das Materiallager immer noch an dem Ursprungsort des Betriebs in der Schmiedegasse 2 im Herzen der Altstadt.
 

Das Handwerk

Auch für die Köstner-Schmiede galt stets: Handwerk hat goldenen Boden. Zu Beginn wurde in der Schmiede traditionell gearbeitet. Im Sommer hatte vor allem der Hufbeschlag der Arbeitspferde und die Reparatur von Werkzeugen und Arbeitsgeräten Vorrang. Im Winter hingegen wurde eher Wagenbau betrieben und andere Arbeiten für die Landwirte verrichtet. Wichtig für den langfristigen Erfolg des Familienunternehmens war jedoch die Anpassung an die sich ändernden Bedürfnisse der Kunden. Veränderungen in der Landwirtschaft durch das Aufkommen von motorisierten Maschinen und Fahrzeugen waren hier die treibenden Kräfte. So machte Lorenz Köstner noch im Alter von über 50 Jahren seinen Kfz-Meister, um stets auf der Höhe der technischen Entwicklung zu sein. 

Köstner-Handwerk Schmiedegasse 2

Köstner-Handwerk Nürnberger Straße 49

Köstner-Handwerk Werner-von-Siemens-Straße 10-12